Historie

Best-Hall Oy – 43 Jahre Verkleidung

Zwei recht trübe aussehende grüne Hallen am Feldrand, auf dem Giebel die Buchstaben BEST-HALL Oy. „Versandhandel“ - vermutete ein zufälliger Passant. Es war Ende der siebziger Jahre. In dieser Zeit herrschten Flaute, Arbeitslosigkeit und Verödung der ländlichen Gegenden vor. Da haben die „Gemeindeväter“ von Kälviä bemerkt, dass die Hausfabrik SH-Produkt allein für die Industrialisierung der Gemeinde nicht ausreicht. Ein Wink des Schicksals? Bald darauf nahmen drei zuverlässig anmutende junge Männer Kontakt auf, die bereit waren, ihr in den Kinderschuhen befindliches Unternehmen in die bessere Wachstumsumgebung nach Kälviä zu verlagern. 

Bald stellte sich heraus, dass es sich nicht um einen Versandhandel handelte. Auf dem Vorhof lag eine undefinierbare Kiste mit Eisenwaren und durch die Hintertür wurden frisch lackierte Stahlgitter herausgetragen. Jede Woche holte ein rosafarbener Scania eine wacklige Ladung Stahlelemente ab, über welche noch eine enorme Wurst aus Verkleidungsstoff gehoben wurde. So begann alles und an einem frühen verregneten Novembermorgen im Jahr 1978 stieg auch der Unterzeichnende in den „Arbeitsbus“ von Best-Hall in Richtung Siilinjärvi. Es sollte Arbeit bis Weihnachten geben. Es waren jetzt gute zwanzig Jahre als Hallenbauer vergangen, aber nur kurz vor Weihnachten stieg die Spannung, ob es diesmal „die“ Weihnachten werden.

Kekkonen starb, in Berlin fiel die Mauer und die Sowjetunion hörte auf zu bestehen. Es folgten Abschwung, freudiger Konsumismus, eine kontrollierte Umstrukturierung, eine Wirtschaftskrise und Flaute. Bei Best-Hall lief die Arbeit jedoch besser als nie zuvor. Die Zahl der Arbeitnehmer stieg langsam an und auf den Straßen von Kälviä traf man immer mehr Angestellte von „Pesthall“. Zunächst hoben Sie sich von den anderen Einwohnern nur durch den dunklen Hemdkragen ab, später erhielten Sie eine einheitliche Freizeitbekleidung, um sie besser zu erkennen.

Es gab natürlich auch schwierige Zeiten, selbst der „Sensenmann“ musste daran erinnern, welche Dinge wichtig waren. Aber die Sonne ging auch am trübsten Tage auf und in den neunziger Jahren war die Flaute überstanden, im Nachhinein betrachtet mit Narben auf der Seele. Die zunächst als so weiträumig empfundenen Räume erwiesen sich bald als zu eng und danach wurde beinahe jährlich eine neue Produktionsanlage errichtet, es wurden Saunen oder weitere Nebengebäude gebaut und fast nebenbei ist aus den Feldern ein Industriegebiet entstanden. Ziemlich schelmenhaft.

Der Verfasser der Historie ist Esko Viitasaari, der frühere Betriebsrat von Best-Hall Oy. Die Historie wurde im Dezember 2001 in der Weihnachtszeitung von Kelviä veröffentlicht.

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